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Elektrisch durch die Nacht | Opel Ampera

| 4 Kommentare

Opel Ampera im Hamburger Hafen | Fotograf: Ralf Wiechers | Bearbeitung: Nils Gaudlitz | 2012

Opel Ampera im Hamburger Hafen | Foto: Ralf Wiechers | Bearbeitung: Nils Gaudlitz

Als verkappter eTechniker bin ich nach wie vor von elektrischen Maschinen fasziniert und ein modernes eAuto fällt nun mal auch darunter. Ich denke an einer Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor wird in Zukunft kein Weg vorbei führen. Als ich erstmal von dem Konzept des Voltec-Antrieb gehört habe fand ich es auf Anhieb eine gute Lösung/Zwischenlösung.
Auf diesem Konzept basieren nun 2 Autos. Der Chevy Volt und der Opel Ampera. In Deutschland gibt es nur den einen zu kaufen, der Opel.
Als ich von einer Probefahrt-Aktion erfahren habe, habe ich mich sofort angemeldet. Es hat dann ein paar Monate gedauert bis ein Fahrzeug verfügbar war, aber es sollte dann doch sein. Also habe ich an einem Abend das Fahrzeug abgeholt, um es bis zum nächsten Vormittag zu testen.

Mein Fazit vorne weg: Kein schönes Auto, aber ein tolles Auto.
Warum kein schönes Auto? Die Karosserie-Form gefällt mir nicht und hat auch pragmatisch keine guten Gründe. Eine schlechte Übersicht nach hinten und ein ungünstiger Kofferraum/Ladekante sind zu bemängeln.
Kommen wir aber zu den Sachen die ich so toll fand. Beim Anfahren hört man ein leises Fiepen oder vllt auch Quitschen und bald darauf fast nur noch die Fahrgeräusche. Also geräuschlos wurde ich so ein eAuto garnicht mal bezeichnen. Man höre die besagten Töne des Antrieb und wenn ein „normales“ Auto angerollt kommt hört man es ja schließlich auch. Ich finde es toll das derartige Autos keine lauten Motorgeräusche von sich geben, es würde den Lärmpegel in den großen Städten erheblich senken. Diese weit zukünftige Verbesserung sollte man sich nicht kaputt machen lassen.

Opel Ampera 2012 | Fotograf: Ralf WiechersNach den ersten vorsichtigen Ampelstarts wollte ich es dann aber auch mal wissen und habe mal stärker auf das Pedal getreten und war sofort begeistert. Kräftige Beschleunigung ab der ersten Sekunde. Damit erscheine so einige Autos an der Ampel garnicht mehr so sportlich. Dieser Effekt lässt sich mit einem Wechsel in den Sport-Modus nochmals verstärken. Die Agilität des Autos passt gut zu meinem Fahrstil, den ich mir sonst immer durch einen erhöhten Benzin-Verbrauch erkaufen musste.

Neben den bekannten Fahrmodi einer Automatik bietet die Schaltung noch den „L“-Modus an. Dieser bewirkt das man eine verstärkte Motorbremse hat, was viel Strom zurück gewinnt und dem verhalten von Verbrennungsmotoren ähnelt. Für eine Fahrt durch die Stadt der richtige Modus. Für die Überlandfahrt würde ich eher auf „D“ umsteigen um die tolle Gleiteigenschaften des Antrieb zu nutzen.
Die Reaktionen von Passanten waren auch toll. Ampelnachbarn, die einem zu zwinkern und einen *Daumen hoch* zeigen hat man nicht alle Tage.

Den Innenraum habe ich als angenehm empfunden. Die „Knöpfe“ in der Mittelkonsole dürften gerne echte Knöpfe sein und an den grafischen Darstellungen auf den Displays darf gerne noch fleißig entwickelt werden. Das Cockpit durch ein Display zu ersetzen finde ich grundsätzlich nicht schlecht, aber dann gerne eine ordentliche Größe und schöner integriert.

Mit einem Preis von ab € 45.900,- ist der elektrische Opel sicherlich nichts für die Massen, aber so ist das mit Innovationen ja immer. Dabei ist die Zielgruppe auch klar abgesteckt. Das Auto ist für Menschen, die eine normale Strecke pendeln oder sich in einem begrenzten Gebiet bewegen und imRegenfall einen eigenen festen Stellplatz/Garage habe. Dabei ist der Ampera nicht nur auf Talltagsfahrten beschränkt. Auch den großen Jahresurlaub kann man damit bestreiten, da man jederzeit auch auf Benzin umsteigen kann.

Meiner Meinung nach sind Autos mit elektrischem Antrieb und Range-Extender der beste Weg die Auto-Mobilität zu modernisieren. Da die Autohersteller lange geschlafen haben oder schlafen wollten, ist es nun so schwer neue Wege zu gehen.
Es bleibt also zu hoffen, dass es in naher Zukunft auch andere Karosserieformen geben wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Auch alternative Fahrzeuge von anderen Herstellern wären schön. Die Auszeichnung als Pioniere im Bereich der talltagstauglichen Familienautos mit neuartigem Antrieb geht allerdings an Opel, nicht an die Marken, die mit Innovation werben.
Für mich ist der Opel Ampera die interessanteste Option für einen möglichen Autokauf.

Ich kann allen Interessierten nur empfehlen eine Probefahrt zu machen. Wie heißt es so schön? Man muss es erlebt haben.
Für Fragen und Anmerkungen steht die Kommentarfunktion stehts bereit.

4 Kommentare

  1. Hi Ralf,

    danke für die Infos und den Eindruck zu diesem Auto. Das ist schon ein lecker Gerät, das würde gut in meiner Garage passen 🙂 Leider noch zu teuer.

    Zur nächsten Probefahrt nimmste mich mit, ja?

    Benjamin

  2. Hallo zusammen,

    wenn ihr noch mehr Antworten auf Eure Fragen haben wollt, schaut gerne mal in unserem Forum vorbei, da treffen sich mittlerweile 80 Ampera- und Volt-Fahrer zum Erfahrungstaustausch.

    Gruß

    Johannes

  3. Pingback: Opel Ampera ProbefahrtSeite 16 : Klick MfG BlackTM

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